Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit mit hohen Kosten.

Rückenschmerzen | Dr. med. Gerald E. Müller

Rückenschmerzen betreffen überwiegend die Lendenwirbelsäule und Halswirbelsäule, seltener die Brustwirbelsäule. 85 - 90 % der Rückenschmerzen entstehen in den Muskeln und Sehnen. Diese myofaszial bedingten Rückenschmerzen haben keine anatomischen Veränderungen als Ursache, so dass nach den Leitlinien Röntgen- oder Kernspin-Untersuchungen erst sinnvoll sind, wenn eine Behandlung nicht anschlägt. Andererseits finden bei beschwerdefreien 40-jährigen Menschen in Computertomographie-Untersuchungen in 32% Bandscheibenvorfälle, in Kernspintomographien sogar zu 36% Bandscheibenvorfälle. Nicht nur bei beschwerdefreien, sondern auch bei Patienten mit Rückenschmerzen liegen also bei jedem dritten Patienten Bandscheibenvorfälle vor, die mit den Schmerzen nichts zu tun haben. Die Röntgendiagnostik führt hier häufig zu unnötiger Übertherapie – und immensen Kosten.

Schonung ist bei diesen myofaszialen Rückenschmerzen von Nachteil, aktivierende Verfahren wie Physiotherapie und Gerätetraining nach qualifizierter Einweisung haben in der Therapie einen hohen Stellenwert.

 

Muskelverspannungen sind häufig direkte Folge von Stress – beruflich oder privat, von aussen kommend oder selbst gemacht. Das Auffinden dahinter stehender Ursachen und Verhaltensmuster und deren Veränderung kann manchmal erstaunlich schnelle Besserungen der Rückenschmerzen bringen.

 

Vor der Behandlung von Rückenschmerzen muss durch eine klinische Untersuchung die Ursache der Schmerzen genau festgestellt werden, z.B.

  • Muskel- und Sehnenapparat (myofaszial)
  • Gelenkreizungen und -blockierungen, Gelenkverschleiß an Kreuzbein-Darmbein-Gelenken (ISG), Facettengelenken der Wirbelsäule, Hüftgelenken
  • Instabilitäten wie Gleitwirbel
  • Bandscheibenvorfälle mit Nervenwurzelreizung
  • Entzündungen, entzündlich-rheumatische Erkrankungen